Ein kurzer Rückblick zur langen Entwicklungsgeschichte der E7
1926 hatte die Segelfliegerei rund um die Wasserkuppe einen toten Punkten erreicht, und die akademischen Fliegergruppen, die jahrelang Innovationen garantierten, waren müde geworden. Der Trend ging wieder Richtung Motorfliegerei. Dem konnte sich auch Gottlob Espenlaub, der mit seinem Bruder Hans nach Kassel in eine neue Werksatt gezogen war, nicht entziehen. So begannen sie in den Wintermonaten mit ihrem Motorflugzeug E8.
Diese Arbeiten wurden zu Jahresbeginn 1927 je unterbrochen, als sie von Gerhard Fieseler, damals Fluglehrer der benachbarten Firma Raab-Katzensteiner, kontaktierte wurden. Der suchte einen wagemutigen Piloten mit eigener Maschine, denn er hatte der Presse für Mitte April eine Flugshow mit dem Höhenpunkt eines bzw. des ersten öffentlichen Seglerschlepps angekündigt. Aber keiner der von ihm angesprochenen bekannten Piloten wollte bei so einem Experiment Leben und Maschine riskieren. So hoffte er, daß Espenlaub zumindest die ersten Versuche mit ihm durchführt.
Gottlob Espenlaub, schon im mit einem Faible für ausgefallene Ideen, dachte sofort an seine E8. Kurzerhand wurde die Luftschraube abmontiert, die von Fieseler erdachte Schleppkupplung montiert und fertig war das "Anhängerflugzeug E7".
Am 12. März 1927 spät nachmittags war es dann auf dem Flugplatz Kassel – Waldau soweit: Fieseler mit seiner RaKa 6 D-975 und Espenlaub mit seinem „Anhängerflugzeug“. Der Start gelang, aber sehr
zum Ärger von Fieseler klinkte Espenlaub schon nach weingen Metern in der Luft aus. Nach drei Versuchen wurde wegen der einbrechenden Dunkelheit die Flüge eingestellt.
Später wurde berichtet, daß sich Espenlaub etwas gekränkt fühlte, da die Versuche heimlich stattgefunden hatten und er sich eigentlich ein größes Publikum gewünscht hätte.
So wurde für den 20.3. eine Vorführung vor Journalisten organisiert. Espenlaub baute bis dahin seine Maschine um und lackierte sie rot mit großem weißen Schriftzug. Leider brach beim Startvorgang (ca. in 15 m Höhe) das Seitenleitwerk und bei der anschließenden Landung die Radachse!
Aber bewiesen wurde damit, daß der Schleppstart für Segelflugzeug funktioniert - eine neue Ära im Segelflug konnte beginnen!
Espenlaub erkannte er aber auch das Werbepotential des Seglerschlepps für sich und seine Firma.
Mit seiner E11 verfügte er über eine entsprechend starke Schleppmaschine und ab Frühsommer präsentierte er mit diesem Gespann bei verschiedenen Flugshows den Seglerschlepp. Zweisitzig und mit ihrem provisorischen Charakter konnte das „Anhängerflugzeug“ aber nicht lange überzeugen und wurde relativ bald durch das leichtere, extra dafür konzipierte Segelflugzeug "Espenlaub-Anhänger 1" ersetzt.
Ausgangspunkt meines Projektes, ist die Visualisierung von H.J. Fischer, publiziert im "Modellflug International" 5/1998
> ein orginelles Erscheinungsbild, das ganz zum mir und zu meinen bisherigen Projekten paßt!
